Konzert mit Werken von Peter Bares

Am 16.1. um 13 Uhr werden in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln Werke von Peter Bares im Lunchkonzert erklingen. An der Orgel spielt Klaus-C. van den Kerkhoff (Aachen), der einige Erläuterungen zu den Werken bereitstellt.
 
Die 5 Ludien entstanden 1989. Peter Bares komponiert täglich, und so trägt diese Komposition die Opusnummer 1706 – eine Zahl, die vermutlich kaum ein Komponist je erreicht hat. (Die allermeisten der Stücke sind unveröffentlicht und unaufgeführt.) 
 
Die 5 Ludien (als Anspielung auf die orgeltypischen lateinischen Gattungsbegriffe Präludium und Postludium, gleich Vorspiel und Nachspiel) tragen keine Titel und dauern je 1-2 Minuten. Die Notation ist konventionell, d.h. es werden nur Zeichen verwendet, wie sie die klassische Notenschrift enthält. Die Tonsprache hingegen ist freitonal, fast ohne harmonische Zusammenklänge, und auch formal sind die Stücke frei gestaltet. Das schließt nicht aus, daß Verarbeitungstechniken polyphoner Musik enthalten sind (Ludium II) und daß die Rondoform einbezogen wird (Ludium IV). 
 
Das „unauffällig-auffällige“ an der notierten Musik von Peter Bares ist die Abwesenheit verschiedener Parameter, die zwar bei jeder Aufführung von Musik bzw. Orgelmusik eine Rolle spielen, zu denen bei Peter Bares jedoch jegliche Angaben fehlen: Tempo, Dynamik (Lautstärke), Klangfarbe bzw. Registrierung, Artikulation, Agogik (bewusste kleinere Veränderungen des Tempos), Artikulation und Phrasierung, Manualverteilung. Da diese Elemente jedoch nicht unberücksichtigt bleiben können, ist der Interpret gefordert, sich seine eigene Meinung zu bilden und dabei natürlich die Gegebenheiten der Orgel und der Raumakustik, und auch den Rahmen der Aufführung, zu berücksichtigen. Notiert sind nur Tonhöhe und Tondauer.
 
Wort Gottes – lebendig, kräftig, schärfer sind ein Auftragswerk im Rahmen der vier Kompositionsaufträge, die das Kulturamt der Stadt Köln und der Evangelische Kirchentag 2006 vergaben. Peter Bares war dabei der älteste unter den vier ausgewählten Komponisten.
 
Die Choralfantasie opus 2668 (so der Untertitel) beginnt mit einem eintaktigen Abschnitt (mit Wiederholungszeichen), auf den 37 Abschnitte unterschiedlicher Länge sowie ein Schlussabschnitt folgen, denen folgende Anweisung vorangestellt ist: „Die folgenden Teile 1 bis 37 sind in freier Reihenfolge und in freier Wiederholung zu spielen. Das Werk endet mit Teil 38. […]“ Eine Gesamtdauer ist angegeben. Die Musik weist dabei die oben beschriebenen Merkmale auf.
 
Klaus-C. van den Kerkhoff